So erlebt Neuzugang Villamil seinen Blitzstart

31.01.20 – So schnell wie Guido Villamil sind die wenigsten Basketballer: Innerhalb von nur einer Woche wechselte der Argentinier Club und Wohnort, überbrückte mit dem Auto 2200 Kilometer Distanz und stand am Sonntag für den VfL Stade auf dem Spielfeld.

Kurz nach Spielende in der Sporthalle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums. Die Spieler des VfL haben gerade ihre traditionelle Runde über die Tribüne absolviert. Trotz Niederlage klatschen sie mit den Fans ab, winken in die Runde. Mit dabei: Guido Villamil, neuer Center beim VfL. Die meisten seiner Mitspieler verschwinden in die Kabine, Villamil steht auf dem Parkett, fährt sich durch die Haare, lässt den Blick über die gut besetzte Tribüne schweifen: „Ich weiß noch gar nicht, wo ich bin“, sagt er.

Kein Wunder: Erst seit Mittwoch vergangener Woche ist Villamil für den VfL startberechtigt, am Donnerstag um 10.30 Uhr setzte er sich mit Ehefrau Roberta Pates Montagner, den Pommernhunden Apple Pie und Muffin und dem nötigen Gepäck ans Steuer und fuhr die 2200 Kilometer lange Strecke von Spanien bis Stade. Ankunft: Freitag, 9.30 Uhr. Am selben Abend wurde er offiziell Fans und Sponsoren beim Abschlusstraining vorgestellt und Sonntagnachmittag stand er gegen den ASC Göttingen auf dem Platz und erzielte gleich die meisten Punkte für seine neue Mannschaft.

Umstellung ist eine Herausforderung

„Die Leute hier sind sehr nett, es ist ein gutes Team“, sagt Villamil. Trotzdem ist die Umstellung in Rekordzeit eine Herausforderung: Wo findet das Training statt? Wo ist der nächste Supermarkt? „Alle Gewohnheiten sind anders“, sagt er. Zuletzt stand er in Spanien beim Drittligisten CB Zamora unter Vertrag. Allein Ladenöffnungszeiten und die Schlafenszeit unterschieden sich zwischen Spanien und Deutschland erheblich. Ein Vorteil: Villamil besuchte in Argentinien eine deutsche Schule, lernte Deutschland bei einem Schüleraustausch kennen und spricht fast perfekt Deutsch. Seit seinem achten Lebensjahr spielt er Basketball, mit 17 Jahren kam er als Profi unter Vertrag. „Es gibt nichts, was mir mehr Antrieb und Leidenschaft gibt, als mit meinem Team zu spielen“, sagt er.

In Spanien habe ihm der Trainer zuletzt das Gefühl gegeben, dass er nicht mehr gebraucht werde. Die Anfrage aus Stade kam also zum passenden Zeitpunkt. Von Anfang an sei ein gutes Gefühl aus Deutschland gekommen, das sich auch im Telefonat mit VfL-Coach Joan Rallo Fernández bestätigte. „Er hat mir gesagt, dass er mich schnell integrieren möchte“, sagt Villamil. Den vielen Kontakten von Fernández in der Branche ist es zu verdanken, dass der VfL Stade auf ihn aufmerksam wurde. „Ich mag die Spielweise des Teams, es hat einen guten Rhythmus“, sagt Villamil, „und ich mag die Leidenschaft, mit der Stade auftritt.“ Zur Vorbereitung schaute er zwei Spiele des VfL im Video an – dann war die Entscheidung klar.

Rückendeckung von Verein und Spielerkollegen

Vom VfL fühlt er sich sehr gut unterstützt: Derzeit lebt er in einer WG mit Center-Kollege Reco McCarter, der Verein hilft bei Behördengängen. Zur Begrüßung gab es dazu von Teammanager Sönke Bergmann Blumen für Frau Roberta. Die freut sich vor allem über die guten Bäckereien in Stade. „Das habe ich in Spanien vermisst“, sagt sie. Die Italienerin und Villamil haben sich in Frankreich kennengelernt und zuletzt zweieinhalb Jahre in Spanien verbracht. Der spontane Umzug war für sie kein Problem: „Ich mag es, neue Kulturen kennenzulernen, und ich war noch nie in Deutschland“, sagt sie. Auch Stades Innenstadt habe beim ersten Spaziergang bereits überzeugt.


Guido Villamil und seine Ehefrau Roberta Pates Montagner fuhren Ende vergangener Woche 2200 Kilometer von Spanien nach Stade. Bereits am Sonntag stand der Argentinier auf dem Spielfeld.

Beruflich plant Villamil, ein Start-up zu gründen. Zunächst möchte er sportlich schnellstmöglich in Stade ankommen. Das gelang am Sonntag teilweise. Rund eine halbe Stunde stand er auf dem Platz, war mit 15 Punkten der Spieler mit den meisten Punkten im Team. Mit viel Einsatzwillen erarbeitete er sich Chancen, zeigte aber Nerven bei den Freiwürfen: Nur vier von zehn fanden ihr Ziel. Auch Trainer Fernández war mit dem Einstand zufrieden. Konkrete Pläne für die Zeit nach der laufenden Saison gibt es derzeit noch nicht – sie dauert noch rund zweieinhalb Monate. In Frankreich – der letzten Station vor Spanien – brauchte Villamil nach eigenen Angaben rund anderthalb Monate zur Eingewöhnung. „Hier soll es noch schneller gehen“, sagt er. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit in dieser Saison. Ich möchte versuchen, dem Team so schnell wie möglich zu helfen.“

Auswärtsspiel in Bramsche

Nach der deutlichen Niederlage im ersten Heimspiel der Rückrunde steht für den VfL Stade das nächste Auswärtsspiel in der 1. Regionalliga Nord an. Am Sonnabend tritt das Team gegen den TuS Ademax Bramsche an. Los geht es um 19.15 Uhr im Schulzentrum Bramsche. Noch verarbeitet das Team aus Stade die Niederlage gegen den ASC Göttingen. „Die Spieler nehmen das Gefühl natürlich mit nach Hause“, sagt Trainer Joan Rallo Fernández. Es fänden derzeit viele ehrliche Gespräche im Team statt, dazu ein „Get-Together“ bei Trainer Fernández als „Teamaktivität“, wie Teammanager Sönke Bergmann sagt.

Nach inzwischen fünf Niederlagen in Folge steht Stade weiter auf dem achten Tabellenplatz. Bramsche verlor ebenfalls sein letztes Spiel gegen den TSV Neustadt und liegt damit derzeit auf Platz zehn. „Bramsche ist ein Team mit hoher Qualität“, sagt Trainer Fernández. Das zeigte sich im letzten Spiel: Nach einem 8:28 kurz vor dem Ende des ersten Viertels kam der TuS Ademax stark zurück und verlor am Ende nur knapp mit 75:80.

Dennoch ist die Trendwende gegen Bramsche möglich: „Hoffentlich haben wir unseren Moment“, sagt Fernández. „Wir sind entschlossen, wir sind fokussiert auf die Dinge, die wir tun müssen.“ Die Spieler trainierten sehr gut. Nicht mit dabei ist am Sonnabend Center Marc-Jason Ossai, der weiter verletzt pausiert. Auch der Einsatz von Leon Rosenstein ist aufgrund von Knieproblemen fraglich.

Quelle: Stader Tageblatt
Foto: Wolf und Elsen

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