Stader Läufer erreicht sein Ziel und schwärmt von bleibenden Erinnerungen
14.09.26 – Dennis Dodt hat sich einen Traum erfüllt, wie er sagt. Zwei Wochen war er in Südkorea und nahm an der WM teil. Mit einem klaren Ziel und einer Gewissheit im Hinterkopf.
Die World Masters Athletics Championships, die Senioren-WM, fand vom 22. August bis zum 3. September in Daegu statt. Die Stadtprovinz liegt im Südosten des Landes und ist mit fast 2,5 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Südkoreas. 7456 Athleten aus 106 Nationen gingen an den Start.
Für Dodt war es die zweite WM. „Ich war lange unentschlossen - die lange Reise, eine völlig andere Sprache, da hatte ich viel Respekt vor“, erzählt der 53-Jährige. Und die ewige Frage, ob sein Körper mitspielen würde.
Am Ende trieb den Läufer des VfL Stade sein Ehrgeiz an. „Ich hatte noch kein 800 m-Finale bei einer WM und noch keine Top 10-Platzierung. Das war mein Ziel“, so der einstige Deutsche Meister über 800 und 1500 m. Bei der WM in Göteborg 2024 war er 17. und 15. geworden.
Dodt setzt auf Hitzetraining bei der Vorbereitung
Im Urlaub war Dodt „knackig“ gewandert, bei heißen Temperaturen in bis zu 2200 m Höhe. Zu Hause setzte er „ein gezieltes Hitzetraining“ fort. Sechs Einheiten auf dem Spinning Bike zwischen 50 und 70 Minuten in sehr dicken Klamotten und regelmäßige Saunagänge, ein paar Tempotrainingseinheiten streute er ein.
„Das Ziel des Hitzetrainings ist die Verbesserung des Blutplasmavolumens und die Bildung von mehr roten Blutkörperchen, beides macht leistungsfähiger“, sagt Dodt, zudem wollte er sich besser an die Bedingungen in Südkorea - mit 30 bis 40 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit - anpassen.
Reise lohnt sich schon nach erstem Wettkampf
Den Vorlauf über die 800 m absolvierte Dodt mit 2:13,06 min „nicht schnell“. Ihm wurde aber schnell klar, dass unter den klimatischen Bedingungen keine Bestzeiten möglich waren.
Er musste dann den letzten Vorlauf abwarten und schaffte es mit der zwölftschnellsten Zeit, den letzten Platz im Finale zu ergattern. „Das erste Ziel war erreicht“, so Dodt. Im Finale wollte er mutig, frech und offensiv mitlaufen.
„Ich ging mit den Besten der Welt eine völlig verrückte 62er Startrunde mit und konnte dieses Tempo natürlich nicht halten“, berichtet Dodt. Runde zwei in 68 Sekunden bescherte ihm Platz 11. „Aber ich war stolz auf meine Leistung. Die Zeit von 2:10,88 war meine Saisonbestzeit.“
Zwei Tage später über 1500 m fast verzockt
Dodt lief im Vorlauf hinterher, erst auf der Zielgeraden konnte er sich noch das letzte Final-Ticket schnappen. „Die Zeit von 4:47,90 min war die langsamste, die ich je gelaufen bin, aber ich hoffte, ordentlich Kräfte für übermorgen gespart zu haben“, so Dodt.
Der Peruaner, den Dodt letztlich noch einkassiert hatte, schenkte ihm später sein Peru-Shirt. „Eine dieser wundervollen Geschichten, die solche Veranstaltungen schreiben“, sagt Dodt.
Im Finale war sein Vorsprung vor der Schlussrunde so groß, dass er sich mit Platz 9 seinen „Traum“ erfüllen konnte - die Top 10-Platzierung.
Zusätzlich beim Crosslauf am Start
Beim 8 km Cross Country in der zweiten WM-Woche machte nach 6,5 km seine Wade zu. Dodt machte langsam weiter, weil für die Mannschaftswertung alle Drei ins Ziel kommen müssen. Er wurde 15., das deutsche Team mit einem M55- und einem M60-Athleten wurde 4. von sechs Teams.
Ein französischer Physio behandelte ihn eine Stunde lang. Am nächsten Tag ging Dodt gut getapt als Schlussläufer fürs deutsche Team in der 4x400m Staffel an den Start und machte noch einen Platz gut. Die Staffel wurde Siebter.
„Insgesamt eine wunderschöne Zeit, unvergessene Momente, alle Nationen friedlich, fröhlich, respektvoll, einfach großartig“, sagt Dodt. Die Gastgeber glänzten mit der Organisation und ihrer Hilfsbereitschaft. Die Wertschätzung für die Masters-Athleten sei auch durch mehrere TV-Sender deutlich geworden.
Nun folgt das Unausweichliche
Die lange und ewige Krankheitsakte von Dennis Dodt bekommt derweil eine Fortsetzung. Bandscheibe und Ischiasnerv plagten ihn in den vergangenen Jahren.
In vier Wochen bekommt er die Schlittenprothese, die schon vor zwei Jahren Thema war, ins rechte Knie eingebaut. „Ich bin mir bewusst, dass es vorbei sein kann“, sagt Dodt. Gewiss ist aber auch, dass er einmal mehr alles versuchen wird.
Quelle: Tageblatt
Foto: Dodt

