Norddeutsche U15 in Bremen: Silber, Bronze und viele wichtige Erfahrungen

06.10.26 – Endlich konnte sie stattfinden: Nachdem die Norddeutschen Einzelmeisterschaften der U15 im Sommer aufgrund der außergewöhnlich hohen Temperaturen von über 30 Grad abgesagt werden mussten, ging es am 26. September in Bremen nun doch auf die Matte. Der Deutsche Judo-Bund trägt die Meisterschaften auf Gruppenebene aus; teilnahmeberechtigt sind die qualifizierten Judoka aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Für unsere Judoka war es ein anspruchsvoller Wettkampftag. Mit Schamschad Hahn, Caleb Lieder, Huzaywa Alywi und Josie Schmidt-Petersen waren vier Judoka des VfL Stade dabei. Dazu kam Jolien Strauß vom TuS Harsefeld, die regelmäßig unser Wettkampftraining nutzt.

Josie Schmidt-Petersen erkämpft Silber

In der Gewichtsklasse bis 52 kg zeigte Josie Schmidt-Petersen einen konzentrierten Wettkampf. Nach zwei Freilosen ging es für sie direkt im Halbfinale gegen Kamils Vitruk vom SV Alemania Salzbergen.

Josie geriet zunächst in Rückstand. Doch sie blieb ruhig, nutzte eine Situation im Bodenkampf und kam zum Haltegriff. Damit war der Weg ins Finale frei.

Dort wartete mit Jasmin Hermez vom Judo-Team Hannover eine Gegnerin, gegen die Josie bereits bei den Landeseinzelmeisterschaften Probleme hatte. Auch diesmal fand Josie noch keine Lösung gegen die technisch starke Hannoveranerin. Hermez setzte schließlich einen Uchi-mata an und konnte den Kampf damit für sich entscheiden.

Silber bei einer Norddeutschen Meisterschaft – herzlichen Glückwunsch, Josie!

Gleichzeitig liefert der Finalkampf aber auch eine klare Aufgabe für das Training. Genau diese Situationen werden wir uns anschauen und gemeinsam daran arbeiten, eine Lösung gegen diese Technik zu entwickeln.

Schamschad Hahn: Platz fünf und eine strittige Szene

Für Schamschad Hahn (-46 kg) war Bremen ebenfalls ein wichtiger Test. Nach einer Auftaktniederlage und einem Freilos gewann er seinen nächsten Kampf gegen Henry Wulf vom TuS Hermannsburg.

Im Kampf um die Bronzemedaille traf Schamschad auf Oliver Luis Laqua von der JG Sachsenwald. Dabei geriet er erneut früh deutlich in Rückstand. Dann kam die starke Reaktion: Schamschad setzte einen Konter an und warf seinen Gegner. Die Kampfrichter bewerteten die Aktion zunächst mit Ippon.

Nach anschließender Betrachtung wurde die Wertung jedoch wieder zurückgenommen. Aus Trainersicht war dies eine sehr strittige Entscheidung, die besonders bitter war, weil Schamschad damit die Chance auf die Aufholjagd verlor. Am Ende musste er sich geschlagen geben und belegte den 5. Platz.

Noch wichtiger als die Platzierung ist für den Trainer die Erkenntnis, dass Schamschad nach seinem Trainingsrückstand in bestimmten Situationen noch nicht die notwendige Aufmerksamkeit und Wettkampfroutine zeigte. Genau daran gilt es weiterzuarbeiten.

Caleb Lieder kämpft eine Klasse höher

Caleb Lieder musste in Bremen in der Gewichtsklasse bis 50 kg antreten, obwohl er selbst lediglich 48 kg wog. Damit traf er auf körperlich deutlich stärkere Gegner.

Caleb konnte seine beiden Kämpfe diesmal nicht gewinnen. Trotzdem gehört auch so ein Wettkampftag zur Entwicklung dazu. Gegen stärkere und körperlich überlegene Gegner bekommt ein Judoka Erfahrungen, die sich im Training nicht vollständig simulieren lassen.

Huzaywa Alywi sammelt wichtige Erfahrung

Für Huzaywa Alywi (-60 kg) war die NDEM eine besonders wertvolle Erfahrung. Huzaywa betreibt erst seit knapp zwei Jahren Judo und stand damit noch relativ unerfahren auf der Matte einer Meisterschaft dieser Größenordnung.

Nach einem Freilos ging es gegen David Swierzy vom Eilbecker Sportverein. Diesen Kampf musste Huzaywa abgeben. In der Trostrunde zeigte er anschließend die richtige Reaktion und gewann seinen nächsten Kampf.

Im Kampf um Platz drei war dann die Nervosität wieder deutlich zu spüren. Bei einer eigenen Aktion brachte sich Huzaywa selbst zu Fall und verpasste damit die Bronzemedaille.

Natürlich ärgert so etwas im ersten Moment. Aber genau dafür sind solche Meisterschaften da: Erfahrungen sammeln, Situationen erkennen und daraus lernen. Wer nach knapp zwei Jahren Judo bereits bei einer Norddeutschen Meisterschaft kämpft, hat noch sehr viel Entwicklung vor sich – und genau darauf freuen wir uns.

Bronze für Jolien Strauß

Eine weitere Medaille für unsere Trainingsgruppe holte Jolien Strauß vom TuS Harsefeld in der Gewichtsklasse über 63 kg.

Jolien trainiert regelmäßig beim VfL Stade und nutzt dabei unser Wettkampftraining. In Bremen zeigte sie eine starke Leistung. Ihre Punkte erzielte sie überwiegend im Stand. Im Kampf um Bronze geriet sie zunächst früh in eine ungünstige Situation und lag auf dem Rücken. Sie blieb jedoch ruhig, drehte den Kampf im Boden und sicherte sich damit die Bronzemedaille.

Lediglich gegen die spätere Zweitplatzierte musste sie sich geschlagen geben.

Für den TuS Harsefeld war dieser dritte Platz bei einer Norddeutschen Meisterschaft etwas Besonderes: Es war die beste Platzierung des Vereins bei einer NDEM seit mehr als zehn Jahren.

Darum ist unser Wettkampftraining wichtig

Vier Judoka aus dem direkten VfL-Umfeld und dazu Jolien aus Harsefeld – auf der Matte kämpfen sie für ihre jeweiligen Heimatvereine, trainieren aber regelmäßig gemeinsam in Stade.

Genau das ist eine Stärke unseres Wettkampftrainings. Judoka verschiedener Vereine kommen nach Stade, um gemeinsam zu trainieren, voneinander zu lernen und sich auf anspruchsvolle Wettkämpfe vorzubereiten. Deshalb fahren sie bei Turnieren auch gemeinsam mit unseren VfL-Judoka.

Und gerade bei einer Meisterschaft wie der NDEM zeigt sich, warum diese Trainingsmöglichkeiten wichtig sind. Die Gegner werden stärker, die Kämpfe anspruchsvoller und kleine technische oder taktische Fehler entscheiden über Sieg oder Niederlage.

Für unsere vier Judoka aus Stade lautet das Fazit deshalb: eine Silbermedaille, eine Bronzemedaille mit Jolien, ein fünfter Platz und vor allem jede Menge Erkenntnisse für das weitere Training.

Natürlich hätten wir uns über noch mehr Medaillen gefreut. Aber als Trainer freut man sich mindestens genauso über die Situationen, an denen man weiterarbeiten kann.

Denn genau daraus entsteht Entwicklung.

Wir bleiben dran!

Und wer selbst Lust auf Judo bekommen hat: Bei uns kann jeder einsteigen. Ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Einfach informieren und vorbeikommen.

Alle Informationen: www.judoka-stade.de 

Foto: Krien
Text: Ohle

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