VfL Stade und Cook kochen auch den Zweitliga-Absteiger ab

12.10.26 – Der VfL Stade bleibt das Maß der Dinge. Der vierte Sieg war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Dabei gab es aber auch wieder einen neuen Bestwert.

Auch im vierten Saisonspiel behielt der ungeschlagene Spitzenreiter VfL Stade die Oberhand. Gegen das brandenburgische Team des RSV Eintracht 1949 setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Adria Martin mit 86:78 (35:32) durch.

Doch das Ergebnis täuscht etwas über den Spielverlauf hinweg. Erst in den letzten drei Minuten brachten die Stader den Erfolg über den Absteiger aus der Pro B endgültig unter Dach und Fach.

Immer wenn die 400 Zuschauer im Sportcampus darauf hofften, dass die Hausherren davonziehen würden, folgten Fehlwürfe, Unkonzentriertheiten oder Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen.

Einer stach wie bisher immer wieder heraus

Christian Cook sammelte dieses Mal 36 Punkte - seine bisherige Bestmarke - und war damit der entscheidende Faktor für den Heimsieg. „Chris ist ein super Spieler. Er bringt sehr viel Ruhe bei uns ins Team. Obwohl er jetzt 36 Punkte hatte, hat man nie das Gefühl, dass er eigensinnig spielt“, sagte Tobias Drochner, mit zwölf Punkten zweitbester Stader Werfer, über seinen amerikanischen Mitspieler.

Cook sehe immer die richtigen Situationen und mache das Spiel für alle viel einfacher. „Ich glaube, das ist auch etwas, was uns gefehlt hat.“ Cook selbst blieb ganz cool, lächelte ins Publikum und meinte nach dem umkämpften Erfolg: „Wir hatten die stärkeren Nerven.“

In der Tat war die Partie nichts für schwache Gemüter

Es war ein harter Fight, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. „Es war sehr körperlich“, umschrieb Drochner die Intensität der Begegnung diplomatisch. Verdeckte Fouls und Ellenbogenchecks ließen einige Zuschauer von einem „dreckigen Spiel“ sprechen. 27:33 Fouls, 40:32 Freiwürfe und drei Brandenburger, die nach ihrem fünften persönlichen Foul das Spielfeld verlassen mussten, unterstrichen die Härte der Partie. Das hitzige Spiel in einer arg kühlen Halle blieb hektisch und phasenweise zerfahren.

Doch die Stader hielten athletisch dagegen und bewiesen einmal mehr ihren unbändigen Kampfgeist. Kurz vor Ende des dritten Viertels lagen sie noch mit 60:49 vorn. Drei Minuten später hatte sich das Blatt gewendet, der VfL lag mit 67:68 zurück. Insgesamt wechselte die Führung 13 Mal. In der entscheidenden Phase übernahm Cook Verantwortung und steuerte zwölf Punkte bei.

Drochner legte vier Zähler nach, Marvin Boadu setzte entschlossene Akzente. Dazu kamen zwölf Rebounds von Luca von Thun. Gemeinsam sicherten sie den Stadern den umkämpften Heimsieg.

Das Polohemd von Cheftrainer Adria Martin war am Ende genauso klitschnass wie das seiner Spieler. Der Coach hatte am Spielfeldrand mitgefiebert, mit den Armen gerudert, Anweisungen aufs Feld gerufen und mit den Schiedsrichtern diskutiert. Nach der Partie bescheinigte er dem Gegner das Potenzial, „im Kampf um die Playoff-Plätze mitzuspielen“. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg. Der VfL aber hat nach vier Spielen weiterhin eine weiße Weste und grüßt von der Tabellenspitze. Die Fans im Sportcampus feierten ihre Mannschaft mit Standing Ovations.

VfL Stade: Cook 36, Drochner 12, Boadu 10, Edward 7, Angelats 6, Uniacke 6, Hansen 5, von Thun 3, Junior 1

Nächstes Spiel: DBV Charlottenburg – VfL Stade (17. Oktober, 18 Uhr)

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Quelle: Tageblatt
Foto: Jörg Struwe - picselweb.de

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